Jahr im Fokus

Massenschaden

Erstmalig wurde der Prozess Massenschadenereignis aktiviert. Auslöser war das Hagelereignis im Appenzeller Vorderland vom 4. September 2025. Zahlreiche eingeschlagene Dachfenster sowie kleinere und grössere Schäden an Gebäudehüllen waren die Folge. Einzelne Hagelkörner erreichten einen Durchmesser von bis zu 55 Millimetern. Ein solches Ereignis tritt im Appenzellerland statistisch nur etwa alle zwanzig Jahre auf. 

Um Folgeschäden zu vermeiden und den Kundinnen und Kunden rasch eine Schadenverfügung zu ermöglichen, bündelte die Assekuranz AR ihre Kräfte: Schaden- und Schätzungsexpertinnen und -experten wurden kantonsweit eingesetzt. Wo Schäden klar erkennbar waren, konnten die Gebäudeeigentümer die notwendigen Reparaturen rasch in Auftrag geben.

Neue Kernapplikation

Nach einer vierjährigen Projektzeit führte die Assekuranz AR am 1. Mai 2025 ihre neue Kernapplikation ein. Die innovative Softwarelösung bietet eine 360-Grad-Sicht auf das Gebäude und bündelt sämtliche Informationen und Interaktionen zu Versicherungsgrundlagen, Schadenfällen, Brandschutz- und Präventionsaufgaben sowie zum Inkasso und zu Rechtsfällen. 

Für die Schadenaufnahme und die Schätzungstätigkeiten vor Ort wurden die Schaden- und Schätzungsexperten mit Tablets und einer neuen mobilen Lösung ausgestattet.

Den Kundinnen und Kunden steht eine Kundenplattform zur Verfügung. Nach erfolgter Registrierung erhalten sie jederzeit Einblick in ihre Vertragsdokumente und Schadenfälle. Zudem können Schäden gemeldet, Schätzungen in Auftrag gegeben, Bauzeitversicherungen angemeldet sowie Kontaktänderungen übermittelt werden.

Element Hero – spielerisch Prävention vermitteln

Vor eineinhalb Jahren wurde das Lernangebot Element Hero ins Leben gerufen. Mit diesem Präventionsangebot für Schweizer Schulen werden Kinder frühzeitig für Risiken sensibilisiert. Sie erwerben Wissen über Gefahren und werden befähigt, sich aktiv zu schützen. Die Themen Feuer und Brandverhütung richten sich an die Unterstufe, die Themen Wetter und Naturgefahren an die Mittelstufe. Das Angebot umfasst Arbeitshefte, Begleithefte, Videos, Plakate und Experimentierkoffer und wird kontinuierlich erweitert.
Die hohe Nachfrage bestätigt, dass Element Hero eine Lücke im Bildungsangebot schliesst und von Lehrpersonen als wertvolle Ergänzung wahrgenommen wird. 
Das Lernangebot ist eine Initiative der Kantonalen Gebäudeversicherungen und wurde von deren Dachorganisation, der Vereinigung Kantonaler Gebäudeversicherungen, entwickelt. Weitere Informationen finden Sie unter www.element-hero.ch.

Tag der Elemente – Prävention spielerisch vermitteln

Basierend auf dem Lernangebot von Element Hero entwickelte die Assekuranz AR den Tag der Elemente. Dabei lernen die Schülerinnen und Schüler der 3. Klasse aus den Gemeinden des Kantons Appenzell Ausserrhoden während eines ganztägigen Lern- und Erlebnistages an verschiedenen Posten spielerisch den Umgang mit Risiken sowie Gefahren von Wind, Wasser, Feuer, Elektrizität und Hagel. Die ersten Kurse finden während zwölf Tagen zwischen dem 12. und 31. März 2026 statt. Angemeldet sind insgesamt 795 Kinder.  

Neue Brandschutzvorschriften

Die von der Vereinigung Kantonaler Feuerversicherungen angestossene Totalrevision der Brandschutzvorschriften (BSV 2026), beauftragt durch das Interkantonale Organ Technische Handelshemmnisse, passt die bisherigen Regelungen (BSV 2015) an aktuelle Bauweisen an und vereinheitlicht den Vollzug in allen Kantonen. Kernpunkte sind ein risikoorientierter Ansatz mit klaren Schutzzielen, mehr Verhältnismässigkeit sowie Deregulierung und Vereinfachung. Neu werden Normen und Richtlinien in einem rechtsverbindlichen Dokument zusammengeführt und die Nachweisverfahren klar geregelt. Die Vorschriften enthalten gezielte Anforderungen je nach Nutzung, Gebäudeart und Nutzergruppe. Zudem gewinnen Dokumentation, Qualitätssicherung und die Eigenverantwortung über den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes an Bedeutung. Insgesamt sollen Sicherheit, Wirtschaftlichkeit und Flexibilität besser in Einklang gebracht werden.

Anmerkung:
Aufgrund der tragischen Ereignisse in den frühen Morgenstunden des neuen Jahres 2026 in Crans-Montana wurde seitens des Interkantonalen Organs Technische Handelshemmnisse (IOTH) im Projekt «neue Brandschutzvorschriften» ein vorläufiger Marschhalt bei den Liberalisierungsbestrebungen eingelegt. Der Entwurf der Schweizerischen Brandschutzvorschriften soll einer Überprüfung unterzogen werden.

 

Neue Rettungsgeräte für unseren Kanton

Neue Drehleiter für mehr Sicherheit

Die Stützpunktfeuerwehren Herisau, Teufen-Bühler-Gais und die Regionale Feuerwehr Vorderland wurden mit neuen Drehleiterfahrzeugen ausgerüstet. Die Assekuranz AR übernahm 75% der Anschaffungskosten von insgesamt CHF 3.5 Mio. und investiert damit gezielt in die Sicherheit im Kanton.

Einheitliche und effiziente Beschaffung

Eine gemeinsame Analyse des Rettungsgerätekonzepts zeigte, dass drei bestehende Drehleitern bis zur nächsten grossen Wartung ersetzt werden müssen. Die Beschaffung von drei identischen Fahrzeugen erwies sich als wirtschaftlich und sicherheitstechnisch sinnvoll. Die Drehleitern der Ortsfeuerwehren Urnäsch und Trogen wurden nicht ersetzt.

Modern, kompakt und einsatzbereit

Die neuen Fahrzeuge sind speziell auf die topografischen Gegebenheiten des Appenzellerlands ausgelegt. Sie sind kompakt, wendig und mit moderner Rettungs- und Einsatztechnik ausgestattet. Die Schulungen wurden abgeschlossen, der Betrieb liegt nun bei den jeweiligen Stützpunktfeuerwehren. Gemeinsame Schulungen und ein regelmässiger Austausch stellen den sicheren Einsatz langfristig sicher.

Wiederinbetriebnahme Brandhaus Holz im OFA

Am 25. Januar 2024 beschädigte ein Brand das Feststoff-Brandhaus des Ostschweizer Feuerwehr-Ausbildungszentrums (OFA), bei dem die Assekuranz AR Miteigentümerin ist, stark. Die Schäden betrafen sowohl Gebäude als auch Technik. Im Mai 2025 konnte das Feststoff-Brandhaus wieder in Betrieb genommen werden. Während der ganzen Wiederherstellungszeit lief der Ausbildungsbetrieb weiter. Es wurde in provisorischen Brand-Containern gearbeitet und auf den Übungsbrandplatz Hofen der FWZSSG ausgewichen.  
 
Unmittelbar nach dem Brandereignis im Januar 2024 begannen die Strafverfolgungsbehörden mit den Ermittlungen der Brandursache. Nach einer Nichtanhandnahmeverfügung vom 15. Mai 2024 wurden die Ermittlungen im Jahr 2025 aufgrund neuer Hinweise wieder aufgenommen. Unabhängig von der Brandursachenermittlung traf das OFA nach dem Ereignis Massnahmen. Dazu gehörten die Überprüfung und Anpassung von Prozessen rund um den Betrieb des Brandhauses.

PFAS

2025 geriet das Thema PFAS vermehrt in den Fokus der Bevölkerung. Bei per- und polyfluorierten Alkylverbindungen (PFAS) handelt es sich um eine Gruppe von mehreren tausend synthetischen Industriechemikalien. PFAS sind in der Umwelt kaum abbaubar und werden daher auch als «Ewigkeitschemikalien» bezeichnet. Sie stellen ein Risiko für die Gesundheit und die Umwelt dar. Aufgrund ihrer speziellen Stoffeigenschaften werden PFAS in zahlreichen Anwendungen und Produkten eingesetzt, darunter Löschschaum, Textilien, Papier, Küchenutensilien und Medizinprodukte.

Einsatz und Verwendung bei den Feuerwehren im Kanton Appenzell Ausserrhoden

Die generelle Verwendung von Löschschaum (mit oder ohne PFAS) ist im Kanton AR verboten. Dieses Verbot umfasst auch die Verwendung von Netzmitteln im Löschwasser.
Auch PFAS-freie Löschschäume dürfen in Ausnahmefällen nur bei Flüssigkeitsbränden eingesetzt werden, sofern eine Gefährdung von Einsatzkräften oder involvierten Personen besteht. 
Der Zielkonflikt zwischen der Sicherheit der Angehörigen der Feuerwehr und dem Umweltschutz ist zentral. Trotzdem hat die Assekuranz AR bereits vor über zehn Jahren reagiert und diese Löschschäume im Kanton AR grundsätzlich verboten. 

 

Erdbeben

Das Erdbebenrisiko ist das grösste Elementarschadenrisiko schweizweit. Auch in der Schweiz können seltene Erdbeben zu Schäden im dreistelligen Milliardenbereich führen. Dennoch gibt es in der Schweiz keine flächendeckende, obligatorische Erdbebenversicherung und das Risikobewusstsein in breiten Teilen der Bevölkerung ist gering. Gegenwärtig sind in der Schweiz lediglich knapp 10% der Gebäudewerte durch entsprechende Versicherungsprodukte abgedeckt. Mögliche Lösungen mit der Eventualverpflichtung sind aktuell im politischen Prozess auf Bundesebene.